Vergangenheit und Zukunft

17.11.2019

Ich kann  nur hoffen, hier auch viel Wortmeldungen und Beiträge von Euch zu lesen. Dabei freue ich mich über Diskussionen zum Thema Asperger Autismus und Inklusion genauso sehr, wie über Meinungen, Anregungen und Kritiken zu meinen Büchern.

Ich habe im Mai 2015, nach einem langen und schmerzhaften Weg durch verschiedene Schulen, mein Glück in der web.Individualschule gefunden. Einer Schule, die auch Kindern, die anders sind, eine Chance gibt. Das Geld für diese Schule mussten meine Großeltern vor dem Verwaltungsgericht einklagen, da das Jugendamt der Meinung war, dass man an diesen Schulen sozial isoliert ist. Aber niemanden hat gestört, dass ich schon monatelang unbeschult zu Hause saß und lediglich von meiner Großmutter  unterrichtet wurde. Man verweigerte mit meine Recht auf den kostenlosen Zugang zur Bildung. Ich habe dann zuerst meinen Hauptschulabschluss gemacht und wieder war mein Jugendamt der Meinung, dass dieser für "Kinder wie mich" reicht. Mir reichte es nicht. Nur durch ein Stipendium konnte ich weiter lernen und habe nun im September 2019 meine Fachoberschulreife gemacht. Jetzt beginne ich zu studieren. Eine Tatsache, an die ich vor Jahren noch nicht geglaubt hätte. Ein Studium, das über die Agentur für Arbeit gefördert wird  und für das diese auch im Rahmen der beruflichen Teilhabe die Finanzierung übernahm. Und das ohne, dass wir  klagen mussten und ohne zu kämpfen. Dafür möchte ich auch einmal  "Danke schön" sagen. Warum können nicht auch andere Ämter Kinder oder Jugendliche, die nun mal nicht den "normalen Weg" gehen können, nicht genauso unbürokratisch unterstützen? Vor 10 Jahren hat Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert und noch immer ist Inklusion, zumindest bei uns in Bayern ein Fremdwort. Der einzige inklusive Weg in Bayern ist der Weg auf die Förderschulen udn daran hält man fest. Schade!