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Warum?


Es gibt in meinem Leben viel zu viele Momente, in denen ich nach dem Warum  frage. Oft habe ich depressive Phasen und manchmal ist es schwer, den Weg zurück ins Leben zu finden. Gerade befinde ich mich wieder in einem Stadium des Zweifelns und ich frage mich, was habe ich falsch gemacht. Ich wurde belogen und betrogen, hatte dadurch persönliche und finanzielle Nachteile. Ich stellte mich denen, die mich betrogen haben und verlangte Erklärungen, aber ich bekam keine. Was tun? Den, der mich betrogen hat vernichten, ihn bloß stellen? Ich entschied mich für einen anderen Weg, ich reichte ihm die Hand, glaubte an seine Versprechungen, bis zum Schluss. Überwarf mich sogar mit denen, die mich warnten. Sollte ich schlecht sein,  nur weil andere schlecht sind? Nein, ich wollte vertrauen, denn der, dem ich mein Vertrauen schenkte, versprach  mich nie wieder zu enttäuschen. Nur noch ein einziges Mal sollte ich ihm vertrauen. Und ich vertraute! Ich war stolz, weil ich es in einer schmerzlichen Stunde geschafft hatte  über meinen Schatten zu springen.  Und was geschah? I

Sicher ahnt ihr es. Ich wurde wieder enttäuscht, wieder vertröste, wieder kam nichts, außer Ausreden. Dabei wäre es so einfach gewesen, zu seinem Wort zu stehen. Doch der, der mich nie wieder enttäuschen wollte, tat es wieder und wieder und  wieder. Jetzt bin ich soweit, wie schon vor Monaten, nur das Vertrauen in ihn, ist nun ganz weg. Jetzt muss ich all die Wege gehen, die ich nie gehen wollte. Und  alle, die mich warnten, sagen jetzt, das haben wir gleich gewusst. Und wieder geht es mir schlecht und ich frage warum? Bin ich schlecht, weil ich geglaubt habe, bin ich schlecht, weil ich gehofft habe oder gar dumm, weil ich vertraut habe? Ich weiß es nicht. Aber eins weiß ich, ich bin enttäuscht, zu tiefst enttäuscht Und wieder bleibt die Frage nach dem Warum? Sie bremst mich in meinen Aktivitäten, beeinflusst meien Pläne, zwingt mich immerzu alle zu hinterfragen. Dabei wollte ich doch nur vertrauen.

Autismus


Im Dezember 2020  führte Jeanette Hoppe das folgende Interview mit mir:


  • Es war mir eine große Freude, mit Paul-Christian-Mühlfeld dieses Interview zu führen. Er ist ein ganz besonders beeindruckender Mensch, der schon mit 16 sein erstes Buch veröffentlichte und aktiv öffentlich über Autismus aufklärt.
  • Gerne werde ich ihn auf seinem weiteren Weg begleiten und immer mal wieder über ihn berichten.

- Wie alt bist du?

19 Jahre alt, im Januar 2021 werde ich 20.

- Wann hast du deine Diagnose bekommen?

2014, mit 14 Jahren.

- Was hat die Diagnose für dich verändert?

Ich habe immer gefühlt, dass ich anders bin, die Diagnose hat es nur bestätigt. Für mich selbst war die Diagnose nicht so wichtig, aber ich brauchte sie, um endlich wieder lernen zu dürfen. Man hatte mich aus dem Regelschulsystem aussortiert wie eine lästige Laus. Die Begründung war, dass mein Förderbedarf so hoch sei, dass er auch mit einem Schulbegleiter nicht bewältigt werden kann. Dabei hatte man weder meinen Förderbedarf geprüft, noch es mit einem Schulbegleiter versucht, man wollte mich einfach loswerden. Ich hatte nie sonderpädagogische Betreuung. Ich war nicht dumm, ich war nicht frech, ich war nur anstrengend und das auch nur in den Augen der Lehrer.

Das ist das, was ich verwerflich finde. Statt uns eine Chance zu geben, uns zu fördern und zu unterstützen, werden wir aussortiert, am liebsten weggesperrt.

Viele sagen ja, dass die Diagnose eine Erlösung war, für mich brachte sie nur Gewissheit. Und die ist notwendig, um leben zu können.

- Du hast gerade die Web-Individualschule abgeschlossen, was ist das für eine Schule, wie lange warst du an dieser Schule und wie war das für dich?

Ich habe die qualifizierte Fachoberschulreife.

Die Web-Individualschule ist die einzige lizenzierte Internetschule. Hier wird man 1:1 über Skype unterrichtet, was bedeutet, dass ein Lehrer dich durch alle Fächer und Klassen führt. Die Web-Individualschule unterrichtet Kinder, die durch das Regelschulsystem fallen. Um dort lernen zu können, musst man schulunfähig oder auf Dauer krankgeschrieben sein. Ein Team aus Pädagogen, Sozialarbeiten und Psychologen sorgen dafür, dass jedem Kind das Recht auf Bildung ermöglicht wird. Dazu passt sich das gesamte Team den Bedürfnissen des Kindes an. Bisher konnte 400 Kindern, die ansonsten keine Chance auf Bildung gehabt hätten, ein Schulabschluss ermöglicht werden.

Ich war von Mai 2015 bis September 2019 an dieser Schule und an jedem einzelnen Tag dort war ich glücklich. Fragt man mich, was diese Schule mir bedeutet, ist das ganz einfach, sie bedeutet mir alles.

Ich war soweit, dass mir das Leben sinnlos erschien, gemobbt, gedemütigt und sogar misshandelt, kam ich an diese Schule. Nur noch einen Versuch, hatte ich meinen Eltern versprochen und das Versprechen wollte ich halten. Ich glaubte aber nicht, dass es dort anders wird. Und was ich dann an dieser Schule erlebt habe, ist kaum in Worte zu fassen. Es wurde tatsächlich anders, alles wurde anders! Ich habe dort alles gelernt, nicht nur den Lehrstoff, sondern auch, dass ich als Mensch wertvoll bin, dass ich an mich glauben darf und auch, dass ich jede Chance im Leben habe, wenn ich es nur will. Auch, dass kein andere Mensch das Recht hat, mir das zu verwehren.

Ich habe gelernt, dass ich mich nicht anpassen oder verstellen muss, um dazu zu gehören, sondern ich durfte sein, wie ich bin. Statt das, was mich ausmacht zu unterdrücken, durfte ich es fördern, ich war zum ersten Mal ich selbst. Ich fand dort meinen Platz im Leben, mittendrin und nicht mehr außen vor. Diese Schule ist die letzte Hoffnung für viele Kinder, die nach wie vor unbeschult zu Hause sitzen und aussortiert werden, weil sie nicht der Norm entsprechen.

Und dennoch muss man die Finanzierung noch immer vor Gerichten einklagen. Ich bin dankbar und froh, dass meine Eltern den Weg durch alle Instanzen gegangen sind und mir diese Schule ermöglicht haben. Man versagt die Genehmigung für diese Beschulung, weil wir dort sozial isoliert seien.

Wenn man sich aber mit Autismus beschäftigt, versteht man, dass es gerade der soziale Zwang ist, der uns nervt.

Das gesamte Team, mit der Direktorin Sarah Lichtenberger an der Spitze und vor allem mein Lehrer Matthias Rinke, üben diesen Beruf nicht nur aus, sie leben ihn. Und dort sind alle gleich, egal welches Schicksal, welche Behinderung, welche Vergangenheit oder welche Krankheit. Dort wird jede kranke Seele gesund, weil dort Menschen sind, die an dich glauben. Alle werden dort auf Augenhöhe behandelt, es ist ein ständiges Miteinander.

Und jeder bekommt seinen Chance, jeder lernt nach seinen Möglichkeiten, Fähigkeiten und vor allem, nach seinem Tempo. Auch ich durfte in Phasen, in denen es mir schlecht ging, pausieren und dann wieder neu angreifen. Während man in den Regelschulen solange auf den Defiziten herumreitet, bis du selber glaubst, dass du ein Looser bist, werden hier deine Stärken in den Vordergrund gestellt, das gefördert, was dich besonders macht. Man gewinnt Selbstvertrauen. Es ist Lernen auf einem höheren Niveau, Lernen bei dem du dich wohlfühlst und alles aus dir herausholst. Man nimmt Rücksicht und geht auf deine Ängste ein, statt mit ihnen zu spielen. Jeder Einzelne dieser Schule wird für immer in meinem Herzen sein. Für meinen Lehrer und die Direktorin empfinde ich eine Dankbarkeit, die man mit Worten nicht ausdrücken kann. Diese Schule hat mein Leben gerettet.

- Wie kam es dazu, dass du eine Web-Schule besucht hast?

Meine Alternative nach der Schulunfähigkeit war die Förderschule. Wer will das, wenn er weiß, dass er zwar anders tickt, aber nicht dumm ist. Ich wollte es nicht und ich hatte zum Glück Eltern, die an mich geglaubt haben und noch immer an mich glauben. Eltern, die mir beigebracht haben, dass es nie wichtig ist, was andere wollen sondern wichtig ist, was ich will. Und auch, dass ich selbst bestimme, wohin mein Weg führt. Sie haben mich immer unterstützt zu mir und meinem Anderssein zu stehen.

Ich finde unser Schulsystem überholt, es passt nicht mehr in diese Zeit. Dort schreibt man vor, wie man zu sein hat. Ein Lehrer müsste begreifen, wie Autisten ticken, die Mühe macht sich aber keiner, man hinterfragt auch nie das Warum, man legt fest, wie es zu sein hat. So entwickelt sich weder Individualität noch wird Kreativität gefördert. Man funktioniert, und , das ist meine feste Ansicht, man wird an unseren Schulen lebensuntüchtig.

Man verlässt ohne jegliche Vorbereitung auf das wirkliche die Schule, mit einer Zensur, die lediglich aussagt, dass du gut gelernt hast, aber nicht, ob du es begriffen hast. Aber man braucht mehr, wenn man im Alltag bestehen will, man braucht Persönlichkeit und die wird einem im Regelschulsystem genommen.

- Wann hast du angefangen zu schreiben?

Ich habe mit 15 Jahren angefangen zu schreiben. Ich mochte Aufsätze schon immer gern, die Lust und die Freunde wurde mir im Regelschulsystem genommen. Zu blumig, zu lang, zu verträumt. Meine Lehrerin hat sich darüber lächerlich gemacht, was gibt es Schlimmeres? Mein Lehrer an der Web-Individualschule hat da wohl mehr dahinter gesehen. Er gab mir die Aufgabe zwei oder mehrere Charaktere zu schaffen und um die herum eine Geschichte zu schreiben. Das gelang mir gut, dass daraus einmal ein Buch wird, hatten wir nicht beabsichtigt, ist aber eins meiner größten Erfolgserlebnisse. Auch etwas, bei dem ich meinem Lehrer unendlich dankbar bin. Er hat meine Kreativität gefördert, nicht blockiert.

- Wann hast du dein erstes Buch veröffentlicht? Wie viele Bücher hast du schon veröffentlicht?

Mit 16 Jahren habe ich meine erstes Buch veröffentlicht, dieses, dass aus den Charakteren entstanden war. Es heißt "Die Bermuda Bande-Verschollen in der Traumwelt.

Mittlerweile habe ich schon vier Bücher veröffentlicht. Für mich ist das Persönlichste "Asperger-Autismus-Mein Bekenntnis zum Leben". Das beschreibt meinen Weg zur Diagnose und all den Schwierigkeiten , die damit verbunden waren und sind. Eine Diagnose bedeutet nicht, dass man automatisch auch alles versteht. Es ist ein langer Weg zu begreifen, dass man anders ist, zeigt aber auch, wie wichtig es ist, zu sich selbst zu stehen. Es beschreibt, wie es mir gelang , letztendlich zu sagen: Ich bin Autist und das ist auch gut so.

- Wo können deine Bücher gekauft werden?

Im Moment nur über mich oder meine Website www.paul-christian-muehlfeld.de, weil ich den Verlag gewechselt habe. Demnächst als Neuauflage in meinem neuen Verlag und dann wieder in allen bekannten online-Buchhandlungen.

- Was sind deine Zukunftspläne?

Gegenwärtig arbeite ich an meiner Zukunft, an einem selbstbestimmten Leben. Ich studiere Betriebswirtschaft mit Spezialisierung Finanzen und Controlling im Fernstudium. Ich habe schon erfolgreich einen Lehrgang Buchhaltung und Steuerecht hinter mich gebracht. Ich möchte einmal in Richtung Steuern gehen und im Homeoffice arbeiten, wenn ich kein geeignetes kleines Team finde, das sich auf meine etwas andere Art einstellen kann. Buchführung und Lohnbuchhaltung kann ich mir auch gut von zu Hause aus vorstellen.

Als zweites Standbein beleg ich den Lehrgang Fremdsprachenkorrespondent /Englisch, ebenfalls im Fernstudium, um vielleicht später einmal von zu Hause oder in einem kleine Team Übersetzungen zu fertigen und mir so meinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Es ist bei allem Reden über Inklusion nämlich schwer, eine Praktikumsstelle oder später einen Arbeitgeber zu finden, der nicht nur nur eine Behinderung in mir sieht, sondern der erkennt, dass ich auch eine Bereicherung sein kann. Ich will einmal selbstbestimmt leben, mir meinen eigenen Lebensunterhalt verdienen und beweisen, dass man als Autist zwar anders tickt aber dennoch ein Mensch ist.

Und ich will schreiben. Vielleicht schaffe ich es einmal zum Bestseller. Das wünscht sich jeder Autor. Ideen habe ich ausreichend. Schreiben ist für mich Therapie, da lebe ich alles aus, was ich mir sonst noch nicht zutraue.

- Was möchtest du der Welt über Autismus sagen?

Die Menschen sollen erkennen, dass Autismus eine andere Form des Seins ist. Es ist keine Krankheit, die geheilt werden muss. Wir sind anders, aber nicht schlechter und man muss den Autismus auch nicht wegtherapieren, um normal zu sein. Wir sind normal!

Akzeptanz und Verständnis, ein Miteinander statt ein Gegeneinander würden uns helfen, in der Gesellschaft anzukommen. Unser aller Welt ist bunt und vielfältig und warum sollten dann die Menschen, die in ihr leben, alle gleich und genormt sein. Man muss Vielfalt auch aushalten können.

Inklusion, von der so viel gesprochen wird, heißt dazu gehören ohne Wenn und Aber. Aber noch gehören wir Autisten nicht dazu, werden ausgegrenzt, bleiben unbeschult und bekommen keinen Arbeitsplatz. Warum? Mit den richtigen Rahmenbedingungen schaffen wir Alles.

Um das zu beweisen, muss man uns vertrauen. Um Autismus zu verstehen, muss man sich mit Autismus beschäftigen und nicht an all die Gerüchte glauben, die mit Autismus daher gehen.

Für Kinder wie mich, so wurde mir einst gesagt, reicht ein Hauptschulabschluss. Wahrscheinlich weil der, der mir das gesagt hat glaubte, dass ich sowieso nie im Leben meinen Mann stehen werde, wozu dann unnötig in Bildung investieren. Das ich lernen konnte haben mir wildfremde Sponsoren ermöglicht, die daran glaubten, dass ich mehr kann als nur den Hauptschulabschluss. Ich habe deutlich bewiesen, dass man alles erreichen kann, wenn man es will und man die Chance dazu bekommt. Ich habe meine Fachoberschulreife mit Bestnoten absolviert, ich studiere erfolgreich und ich werde auch einmal selbstbestimmt leben. Von keinem lasse ich mich aufhalten, von keinem etwas verbieten. Ich werde jede Chance ergreifen, die sich mir bietet. Allerdings muss ich auf diese Chancen noch immer hoffen.

Das Interview führte Jeannette Hoppe (im Dezember 2020)

Licht und Schatten

Die Sache mit dem Vertrauen

"Ungerechtigkeit an irgendeinem Ort, bedroht die Gerechtigkeit an jedem anderen!"
                                                                                                                Martin Luther King

Am Anfang habe ich mich nur gewundert, dass es meine Bücher in den unterschiedlichen Buchhandlungen nicht mehr zu kaufen gibt. Ich schreibe gern, ich schreibe aus Leidenschaft und Schreiben erfüllt mich, weil ich in meinen Büchern und Geschichten meine Gefühle und Emotionen, meine Wünsche und Träume unterbringen kann . Viele meiner Helden erleben das, was ich gerne erlebt hätte. Nun ist das Schreiben die eine Seite, aber du willst auch, dass deine Bücher gelesen werden. Und da sind die kleinen Tantiemen, die beim Verkauf für den Autor abfallen, für mich nebensächlich. Für mich, andere leben davon, oder wollen sich damit eine Zukunft aufbauen. Und wenn du dann weitersuchst und herausfindest, dass alles an was du geglaubt hast, nur leere Versprechungen sind,  und dein eigener Verlag es ist, der deine und die Bücher vieler andere Autoren auch, nicht in den Großhandel und damit in die Buchläden bringt, bist du enttäuscht und traurig. Wenn du aber dann noch ein wenig tiefer bohrst und nicht nur an der Oberfläche kratzt, begreifst, dass alles noch schlimmer ist, dann du wirst  wütend. Wütend, weil du jetzt gezwungen bist Wege zu gehen, die du nie gehen wolltest, die du aber gehen musst, damit die Gerechtigkeit siegt. Deshalb ist es manchmal gut, eine Tür mit lautem Knall zuzuschlagen, damit sich andere öffnen.  Wer Lust auf meine Bücher hat, kann sie bis zur nächsten Auflage auf meiner Website über den Shop kaufen oder sie per Mail  oder PN bei mir bestellen.

Eurer Paul-Christian


Mein Studium- ein neuer Lebensabschnitt

Lange war es ruhig auf meinem Block, aber es ist auch viel passiert. Nachdem ich meine Schule mit einem fantastischen Durchschnitt von 1,5 abgeschlossen habe und nun im Besitz der Fachoberschulreife bin, stand natürlich die Frage, wie geht es für mich weiter, im Raum. Es dürfte eigentlich kein Problem sein, eine Ausbildung zu finden , weil es ja auch das Recht auf Ausbildung  gibt, aber das ist wohl nur theoretisch so. Da ich  durch meinen Asperger Autismus ja schwerbehindert bin, unterstützte mich bei der Suche um einen Ausbildungsplatz die Arbeitsagentur und hier die Abteilung: berufliche Rehabilitation. Würde diese Suche sich einfacher gestalten als die. nach der richtigen Beschulung? Sicher nicht, und genauso kam es dann auch. Aber der für mich zuständige Berater sagte mir, bei unserem ersten Termin. offen und ehrlich, dass zwar viel von Inklusion gesprochen, diese aber noch nicht umgesetzt wird. Mit anderen Worten, er konnte mir nicht helfen. War das ein Grund die Flinte ins Korn zu werfen? Mitnichten, schließlich hatte ich meine genauen  Vorstellungen. Ich wollte studieren. Und so unterbreitete ich ihm meine Zukunftspläne.. Das Einzige, was für mich infrage kam, war die Fernschule ILS. Dort wollte ich BWL studieren und mich auf Finanzierung und Controlling spezialisieren Zusätzlich, als zweites Standbein sozusagen, wollte ich eine Ausbildung zum Fremdsprachen- Korrespondenten in Englisch machen. Ich habe Vorstellung mit dem einen Beruf von zu Hause aus Buchhaltung-und Steuer-Aufgaben zu erledigen und mit dem anderen Übersetzungen zu machen. Würde das Arbeitsamt diesen Weg mitgehen? Wenn nicht, wusste ich keine Alternative. Aber ich bekam als Hausaufgaben lediglich auf, einen Ablaufplan zu erstellen und den mit meinen Vorstellungen zu untersetzen. Den reichte ich ein und dann begann das Warten. Und was war das Ende, das Arbeitsamt übernahm, im Rahmen des persönlichen Budgets, die volle Finanzierung meiner Studien. Am 16.12. 2019 habe ich mit meinen Studien begonnen. Ich begann mit einem Lehrgang Buchhaltung, den habe ich nach 6 Monaten mit  der Note "gut" beendet. Derzeit absolviere ich Steuerecht bis dann das Studium BWL weitergeht. Mein Ziel ist es einmal Steuerberater zu werden. Dazu absolviere ich ein studiengeleitendes Praktikum, was wegen Corona erst einmal auf Eis liegt. Vielleicht lerne ich im Praktikum sogar dass ich doch teamfähig bin. Das wäre ein großer Erfolg. Warten wir ab, wann es weitergeht. .Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Ich finde, dass ich auf einem guten Weg  bin. Mittlerweile habe ich gelernt, mich zu strukturieren und zu organisieren, so dass ich die unterschiedlichen Studienteile gut bewältige. Und es macht Spaß, wenn die Einsendeaufgaben gut benotet werden, das weckt Zuversicht und bringt Lust auf mehr.

Mein Dank gilt der unbürokratischen Unterstützung der Arbeitsagentur und allen, die mich bei meinem Studium unterstützen. So kann ich mir den Traum von einem selbstbestimmten Leben erfüllen. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

Eurer Paul-Christian

Depressionen

25.11.2019

Hat Ihr auch mit depressiven Phasen zu kämpfen? Ich bin mittendrin im Novemberblues und manchmal weiß ich gar nicht mehr, warum ich jeden Tag aufstehen soll. Ich verstehe ja selbst nicht, warum ich mich an dem, was ich erreicht habe, nicht erfreuen kann. Warum kann ich nicht stolz sein, wo ich doch wirklich viel geschafft habe. Immer diese Zweifel...

Ich kann nur hoffen, hier auch viel Wortmeldungen und Beiträge von Euch zu lesen. Dabei freue ich mich über Diskussionen zum Thema Asperger Autismus und Inklusion genauso sehr, wie über Meinungen, Anregungen und Kritiken zu meinen Büchern.

In eigener Sache! Das war er nun, der Abschied von meiner Schulzeit. Noch einmal waren wir in Bochum , um uns von den Menschen, die mir so viel bedeuten, zu verabschieden. Wo wäre ich heute, wenn es diese Schule nicht geben würde. Eine Schule, die mich genommen hat , wie ich bin und der es egal war, ob ich die...