Über mich

Nur ganz kurz

Ich bin Paul-Christian Mühlfeld und ich lebe seit meiner Geburt bei meinen Großeltern. Ich wurde am 19. Januar 2001 geboren und wohne jetzt in Oberbayern, im Chiemgau, einer Gegend, wo viele Menschen gern Urlaub machen. Schon lange vor meiner Diagnose habe ich gemerkt, dass ich anders bin. Dennoch war es eine Erlösung, als ich im Dezember 2014 die Diagnose Asperger Autismus high functionial bekam, die dieses Anderssein bestätigte. Endlich hatten meine unterschiedliche Wahrnehmung, meine Schwierigkeiten im sozialen Miteinander und dieser Widerwille gegen Alles, was man gemeinsam machen musste, einen Namen. Bereits vor der Diagnose nahmen mich meine Großeltern aus dem Regelschulsystem heraus, weil sie merkten, dass mich das Mobbing, das Nichtverstehen, aber auch die gegen mich gerichtete Gewalt verletzten und mich keinesfalls weiterbringen, obwohl sie keine Alternative hatten. Ich wurde schulunfähig geschrieben.  Ich will den langen und leidvollen Weg, den ich gehen musste, bis meine Rettung in Form der web.Individualschule in Bochum kam, nicht noch einmal beschreiben. Wer sich für diesen Kampf und den Weg dahin interessiert, kann das in meinem Buch "Asperger-Autismus- Mein Bekenntnis zum Leben" nachlesen, aber dieser Schule und natürlich meinen Großeltern habe ich es zu verdanken, dass ich heute das sein darf, was ich bin: ein selbstbewusster junger Mann, auf dem Weg erwachsen zu werden. Und an diesem Weg möchte ich euch gern teilhaben lassen. Als ich nämlich im Mai 2015 an der web.Individualschule, nach langem Kampf mit den Behörden, meinen Unterricht begann, traute mir keiner, auch ich selbst nicht zu, dass ich diese Schule mit der Fachoberschulreife und  sehr guten Noten beenden würde. Aber es sind nicht die Noten, es ist nicht einmal der Abschluss, den ich an dieser Schule erreicht habe, es ist die Tatsache, dass ich dort sein konnte, wie ich bin: ein Mensch mit einer etwas anderen Art die Welt wahrzunehmen, ein Mensch der anders fühlt und denkt, aber der gelernt hat, seine Diagnose anzunehmen und auch einer, der gezeigt hat, dass so eine Diagnose nicht das Ende, sondern  eine Chance sein kann. Dass ich heute selbstbewusst und selbstbestimmt meinen Weg ins Berufsleben gehen kann, habe ich dort gelernt. Ich habe Menschen getroffen, die mir gezeigt haben, dass  Anderssein nichts mit Dummsein zu tun hat. Für die Einen bin ich ein Behinderter, für Andere ein Dummkopf oder ein komischer Kauz, für Viele etwas Besonderes, aber was ich gelernt habe ist viel wichtiger, jedenfalls für mich:

 Ich bin Paul-Christian Mühlfeld, ein Autist, na und! 

Und nur das zählt. Nicht was andere in dir sehen ist wichtig, sondern wie du dich fühlst. Und ich fühle mich gut, weil ich Menschen getroffen habe, die mich gelassen haben, wie ich bin, die mich nie gezwungen haben, mich zu verändern. Die nie verlangt haben, dass ich mich anpasse oder verstelle. Bei Ihnen durfte ich sein wie ich bin, anders, besonders, behindert, halt ein junger Mensch. Und dafür danke ich jedem Einzelnen von Ihnen. Ihr habt mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Jeder Weg den ich gehe, jedes Ziel, dass ich erreiche, jede Zeile die ich schreibe, alles habe ich Euch zu verdanken.

Danke dafür!  Euer Paul-Christian